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Eine Delegation des Ausschusses für Inneres und Heimat reiste mit der Ausschussvorsitzenden Andrea Lindholz fünf Tage nach Eritrea in Ostafrika. Neben politischen Gesprächen standen Treffen mit Vertretern von Organisationen im Gesundheits- und Bildungsbereich und Besichtigungen von Entwicklungsprojekten auf dem vielfältigen Programm.

In Asmara wurde die Gruppe von Botschafter Gerald Wolf in Empfang genommen. Noch am Vormittag besichtigte die Delegation die Ambulanz und das Bettenhaus der HNO-Klinik „Orotta Hospital“, betreut von „Medcare for People in Eritrea e.V.“ im Beisein der eritreischen Gesundheitsministerin Amina Nurhussein. Vorstandsmitglied bei „Medcare for People“ ist der Aschaffenburger HNO-Arzt Dr. Ulrich Markmiller, der die Delegation begleitete. Andrea Lindholz: „Ein besonderer Dank gilt den Handwerkern aus unserer Region, wie Charly Seibert, die ihre Urlaubstage eintauschen, um „Medcare for People in Eritrea e.V.“ und damit den Menschen in Eritrea zu helfen."

Auf dem gleichen Gelände befindet sich auch das Internationalen Kinder-Operationszentrum, betreut von „ARCHEMED für Kinder in Not e.V.“, die ebenfalls eine tolle Arbeit leisten. Begleitet wurde die Gruppe von Dr. Peter Schwidtal, Vereinsgründer und Vorsitzender von ARCHEMED, der einen vertiefender Einblick in die Arbeit gab.  Es folgte am Nachmittag eine Rundfahrt durch das historische Stadtzentrum, das zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Am Abend fanden interessante Gespräche im Eritreischen-Deutschen Zentrum mit knapp 40 Eritreern statt, die schon in Deutschland und gearbeitet haben.

Der zweite Tag begann mit eine Fahrt nach Massawa und der Besichtigung eines Berufsbildungsprojektes. Nach einem gemeinsamen Mittagessen für die ehrenamtlich praktizierenden deutschen Mediziner, ging es weiter zu einem Vortrag über ein von Deutschland mit unterstütztes Fischereiprojekt und einem Gespräch mit Twolde Kelati, dem Minister für Marine-Ressourcen. Am Abend fand in der Botschaft ein Austausch u.a. mit Ärzten, europäischen Gesandten und UNHCR-Vertretern statt.

Am dritten Tag machte sich die Delegation erneut auf den Weg und besichtigte in Keren eine Klinik für Kinderheilkunde und Geburtshilfe inklusive dem im Bau befindlichen neuen Gebäude. Ein großes von „ARCHEMED für Kinder in Not e.V.“ initiiertes Projekt. Der Bau wird von der eritreischen Regierung übernommen. Ausstattung und Betrieb bleiben bei ARCHEMED - eine herausragende Leistung der ehrenamtlich Tätigen und aller Unterstützer.

Auf der Rückfahrt wurde das typisch eritreische Dorf Doroq besichtigt, indem eine Schulrenovierung läuft. Auch dieses Projekt wird von Ärzten des Vereins „ARCHEMED für Kinder in Not e.V.“ betreut. Begleitet wurde die Gruppe erneut von Dr. Peter Schwidtal. Am Abend wieder in Asmara angekommen, endete dieser Tag musikalisch mit einem Jazzkonzert der deutsch-österreichisch-kroatischen Gruppe „ELiNOR“ sowie eritreischen Musikern im Club "West End" auf dem Expo-Gelände.

Der vierte und letzte Tag wurde ausschließlich politisch: Dem Gespräch mit dem eritreischen Außenminister Osman Saleh folgte ein Mittagessen mit Vertretern von internationalen Organisationen. Am Nachmittag traf die Delegation den Berater des Präsidenten und Leiter der Politischen Abteilung der Volksfront für Demokratie und Gerechtigkeit (PFDJ), Yemane Ghebreab. Es folgte ein Gespräch mit Vertretern eines Frauen- und eines Jugendverbandes. Im Informationsministerium fand ein Austausch mit Informationsminister Yemane Ghebremeskel statt. Vorträge und Gespräche beim Empfang der EU-Vertretung zum Tag der Menschenrechte im Gewerkschaftshaus rundeten den Tag ab. 

Andrea Lindholz: „Wir haben Eindrücke mitgenommen die unter die Haut gehen. Wir haben die Hoffnung der Menschen gespürt und ein freundliches Miteinander trotz der Armut erlebt. Nur wenn wir es schaffen die Bedingungen der Menschen vor Ort zu verbessern, können wir Migration ordnen und steuern. Ein herzlicher Dank gilt den Vertreter der Botschaft und seinen Mitarbeiter sowie dem Ausschusssekretariatsleiter Dr. Heynckes. Ein herzlicher Dank auch an Dr. Ulrich Markmiller aus Aschaffenburg und Dr. Peter Schwidtal, stellvertretend für die beiden Organisationen. Nur im Team waren diese intensiven Tage zu meistern.“

Eritrea ist eines der ärmsten Länder der Welt und steht nach dem Friedensschluss mit Äthiopien vor einen hoffnungsvollen Neubeginn. Auch durch Dürren und daraus resultierenden mageren Ernten ist das ostafrikanische Land von internationalen Nahrungsmittelhilfen abhängig.

Hier können Sie den Reisebericht von Archemed für Kinder in Not e.V. gesondert lesen.