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Berlin. Der NSA-Untersuchungsausschuss begann heute in seiner 11. Sitzung mit der Zeugenbefragung. Als Zeugen wurden die beiden ehemaligen NSA-Mitarbeiter William Binney und Thomas Drake geladen.

Die Aussagen des ehemaligen technischen Direktors der NSA, Binney, kommentierte das Ausschussmitglied Andrea Lindholz aus der laufenden Sitzung: „Laut Binney können wir unsere Daten nur effektiv schützen, wenn wir eigene Verschlüsselungstechnologien in Deutschland entwickeln und deren Quellcodes geheim halten. Wenn ein ehemaliger technischer Direktor sagt, dass wir damit der NSA die Überwachung erschweren können, sollten wir das tun. Der NSA-Skandal birgt enormes Wachstumspotenzial für die deutsche IT-Branche. Das müssen wir nutzen.“

Lindholz weiter: „Binney hält die weltweite Überwachung des Internets durch die NSA für völlig unzweckmäßig. Die gewaltige Datenflut lässt sich wohl gar nicht systematisch verwerten. Wenn wir die Auswertung unserer Daten durch die Entwicklung eigener Verschlüsselungstechnologien teurer machen, wird das auch die NSA einsehen. Laut Binney lassen sich Geräte zur Datenausspähung für einige 100.000 Euro auf dem freien Markt kaufen. Jedes mittelgroße Unternehmen hätte also theoretisch die Möglichkeit massiv in unser Privatleben einzugreifen. Das zeigt, wie wichtig es ist, dass wir neben der staatlichen Überwachung auch über die kommerzielle Überwachung diskutieren.“