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Berlin. Aufgrund der steigenden Zahl von Kinderehen in Deutschland fordert die Fachanwältin für Familienrecht und Innenpolitikerin Andrea Lindholz von Bundesjustizminister Maas, dem Kindeswohl kompromisslos Vorrang einzuräumen. Lindholz hat für die Frauen Union Bayern einen Antrag zum anstehenden CSU-Parteitag erarbeitet, der die grundsätzliche Nichtigkeit von Kinderehen und die Heraufsetzung der Ehemündigkeit auf 18 Jahre fordert.

Lindholz: „Für Kinderehen darf es in Deutschland null Toleranz geben. Minderjährige Mädchen gehören in die Schule und nicht in die Ehe. Nur ein konsequentes Verbot von Kinderehen zeigt, dass deutsche Werte wie das Kindeswohl nicht verhandelbar sind. Der halbgare Vorschlag des Bundesjustizministers reicht nicht aus. Kinderehen müssen grundsätzlich für nichtig erklärt werden, damit die Betroffenen unmittelbar von den Bindungswirkungen der Ehe freigestellt werden. Es reicht nicht, die Ehe erst nach einem Aufhebungsverfahren zu beenden. Diese Zeit verbringt ein Mädchen beim Ehemann. Auch die zeitweise Duldung der Kinderehe führt zu sozialer Abschottung, versperrt den Zugang zu Bildung und öffnet sexuellem Missbrauch Tür und Tor. Mädchen, die in einer nichtigen Kinderehe gelebt haben, sind rechtlich wie unbegleitete Minderjährige zu behandeln. Familienrechtliche Folgesachen sind in diesem Fall keine zu regeln. Das ist konsequent und absolut vertretbar. Unterhaltsansprüche nach 1615 l BGB bestehen, soweit es Kinder aus der Beziehung geben sollte. Für diese Kinder enthält unser geltendes Recht alle notwendigen Regelungen gegenüber beiden Eltern. Die Ehemündigkeit muss sich in jedem Fall nach deutschem Recht richten und konsequent umgesetzt werden. Um dies systematisch sicherzustellen sollte die Altersgrenze für die Ehemündigkeit von 16 auf 18 Jahre angehoben werden.“