Berlin. Die Digitalisierung der parlamentarischen Arbeit ist für Bundestagsvizepräsidentin Andrea Lindholz ein zentrales Anliegen. In ihrer Funktion als Vorsitzende der IuD-Kommission (Kommission des Ältestenrates für Informationstechnologien und Digitalisierung) hat sie gemeinsam mit der Kommission die Einführung der Digitalen Anwesenheitserfassung (DiAnE) maßgeblich vorbereitet.
Modernisierung durch Technologie: Der neue Abgeordnetenausweis
In dieser Woche erhielten alle Abgeordneten ihre neuen Ausweise. Diese sind mehr als nur ein Identifikationsdokument: Sie verfügen über einen integrierten RFID-Chip. Dieser ermöglicht künftig eine digitale Anwesenheitskontrolle.
Was bedeutet das konkret?
Ab dem 1. Oktober 2026 lösen die digitalen Erfassungsterminals an den Eingängen des Bundestages die traditionellen Papierlisten ab. Der Prozess wird dadurch deutlich effizienter: Ein kurzer Check-in am Terminal ersetzt die manuelle Unterschrift.
Transparenz und Verwaltung
Zur Optimierung der Verwaltung wurde parallel ein Online-Service-Portal eingeführt. Über dieses Portal können Abgeordnete und deren Mitarbeitende jederzeit den aktuellen Stand der Anwesenheitserfassung einsehen. Zudem dient es der digitalen Meldung von qualifizierten Abwesenheitsgründen (wie etwa Erkrankungen) oder Anwesenheitssurrogaten (beispielsweise Wortmeldungen im Plenum oder die Teilnahme an Ausschusssitzungen), was die Prozesse bei der Berechnung der Kostenpauschale deutlich beschleunigt.
Ein Gewinn für Nachhaltigkeit und Effizienz
Die Einführung des Systems „DiAnE“ leistet einen wesentlichen Beitrag zu mehr Effizienz und Nachhaltigkeit im Parlamentsbetrieb. Durch den Verzicht auf die Papierlisten werden jährlich rund 55.000 Blatt Papier eingespart und der Verwaltungsaufwand wird um etwa 1.000 Arbeitsstunden reduziert.