Der 18. März – Tag der Demokratiegeschichte soll künftig stärker als zentraler jährlicher Tag zur Würdigung der deutschen Demokratie- und Freiheitsgeschichte begangen werden. In dieser Sitzungswoche hat der Bundestag einen Antrag der Koalitionsfraktionen CDU/CSU und SPD dazu beraten.
Im Kern geht es darum, Demokratie nicht nur abstrakt zu beschreiben, sondern an konkreten Orten erfahrbar zu machen: Union und SPD wollen, dass die Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte die Organisation des Tages übernimmt – gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Orte der Demokratiegeschichte. Gerade in Zeiten, in denen Demokratie und Freiheit unter Druck stehen, sollen positive Identifikationspunkte und gute politische Bildung sichtbarer werden.
Der Antrag verbindet den 18. März mit wichtigen Wegmarken der deutschen Geschichte – vom frühen demokratischen Aufbruch bis zur erkämpften Selbstbestimmung: 1793 (Mainzer Republik), 1848 (Märzrevolution), 1920 (Scheitern des Kapp-Putsches) und 1990 (erste freie Volkskammerwahl). Diese Linien sollen stärker in die Öffentlichkeit getragen werden – als Erinnerung daran, dass Freiheit und Mitbestimmung hart errungen wurden.
Ganz praktisch fordert der Antrag, die Stiftung finanziell adäquat auszustatten, damit sie ihre gesetzlich verankerten Aufgaben erfüllen kann. Außerdem sollen digitale, zeitgemäße und reichweitenstarke Formate unterstützt werden, um mehr Menschen zu erreichen – insbesondere auch Jüngere.
Weitere Punkte: Die pädagogischen Potenziale des Friedhofs der Märzgefallenen in Berlin sollen als Erinnerungs- und Lernort nachhaltig gesichert werden. Zudem soll die Bundesregierung die Realisierung des nationalen Freiheits- und Einheitsdenkmals in Leipzig weiter begleiten. Und das 200-jährige Jubiläum des Hambacher Festes (1832) soll gemeinsam mit Rheinland-Pfalz als nationales Ereignis vorbereitet werden – ebenso wie die demokratiegeschichtliche Bedeutung des Nationaltheaters in Weimar stärker bekannt gemacht werden soll.