Im Deutschen Bundestag hat in dieser Sitzungswoche ein neues Pilotprojekt begonnen: die digitale Anwesenheitserfassung für Abgeordnete (DiAnE). Damit wird ein Verfahren modernisiert, das bislang noch vollständig analog organisiert war – die Dokumentation der Anwesenheit über Unterschriftenlisten auf Papier. Zuständig ist die Kommission des Ältestenrates für Informationstechnologien und Digitalisierung (IuD-Kommission), deren Vorsitzende die Bundestagsvizepräsidentin Andrea Lindholz MdB ist.
Hintergrund ist eine klare gesetzliche Vorgabe: Abgeordnete müssen ihre Anwesenheit an Sitzungstagen nachweisen. Bislang geschieht das seit Jahrzehnten über händische Einträge in Listen, die im Bundestag ausgelegt werden. Mit dem neuen Pilotprojekt wird nun ein zeitgemäßer, digitaler Weg getestet.
Künftig erfolgt die Erfassung über den Abgeordnetenausweis an bereits existierenden Terminals in den Liegenschaften des Bundestages. Ein Einloggen genügt, um offiziell als anwesend zu gelten. Das Verfahren soll nicht nur einfacher, sondern auch sicherer und effizienter sein.
Die Vorteile sind konkret messbar: Rund 55.000 Blatt Papier pro Jahr sollen eingespart werden, ebenso wie über 1.000 Arbeitsstunden, die bislang für Erstellung, Verteilung und Auswertung der Listen notwendig sind. Das ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Nachhaltigkeit und moderner Verwaltung im parlamentarischen Alltag.
Zunächst wird das System im Rahmen eines Pilotbetriebs durch die 18 Mitglieder der IuD-Kommission getestet. Ziel ist es, die digitale Lösung zeitnah auf alle Abgeordneten auszuweiten und so die Abläufe im Bundestag weiter zu modernisieren.
Direkt nach Umtausch des Abgeordnetenausweises hat sich die Bundestagsvizepräsidentin Andrea Lindholz gemeinsam mit ihrer Kollegin der Parlamentarischen Geschäftsführerin der Unionsfraktion Catarina dos Santos-Wintz „anwesend“ gemeldet.

