KRITIS-Dachgesetz: Mehr Schutz, mehr Klarheit, mehr Resilienz

29. Januar 2026

Mit dem Beschluss des KRITIS-Dachgesetzes in zweiter und dritter Lesung hat der Deutsche Bundestag in dieser Woche einen zentralen Baustein zur Stärkung der inneren Sicherheit und staatlichen Handlungsfähigkeit verabschiedet. Ziel des Gesetzes ist es, den Schutz kritischer Infrastrukturen in Deutschland erstmals bundeseinheitlich, systematisch und vorausschauend zu regeln.

Kritische Infrastrukturen – etwa in den Bereichen Energie, Wasser, Ernährung, Gesundheit, Verkehr oder digitale Netze – sind das Rückgrat unseres täglichen Lebens. Ihre Funktionsfähigkeit ist Voraussetzung für die Versorgung der Bevölkerung und für das Funktionieren von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft. Spätestens die zunehmenden hybriden Bedrohungen, Sabotageakte und gezielten Angriffe auf Infrastruktur haben deutlich gemacht: Resilienz ist keine abstrakte Zukunftsfrage, sondern eine sicherheitspolitische Notwendigkeit.

Mit dem KRITIS-Dachgesetz wird Schluss gemacht mit einem bisherigen Flickenteppich aus Zuständigkeiten und uneinheitlichen Regelungen. Erstmals wird klar definiert, welche Anlagen als kritisch gelten, welche Betreiber in die Verantwortung genommen werden und welche Mindestanforderungen an Schutz, Vorsorge und Meldepflichten gelten. Der Fokus verschiebt sich dabei bewusst von einer rein reaktiven Gefahrenabwehr hin zu Prävention, Risikoanalyse und struktureller Widerstandsfähigkeit.

Das Gesetz schafft klare Verantwortlichkeiten und gibt Betreibern kritischer Anlagen einen verlässlichen Rahmen. Nationale Risikoanalysen, verbindliche Resilienzmaßnahmen und ein strukturiertes Meldesystem für Störungen oder Angriffe sorgen dafür, dass Bedrohungen früher erkannt und Schäden schneller begrenzt werden können. Gleichzeitig stärkt das Gesetz die Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Betreibern und erhöht so die gesamtstaatliche Vorsorge.

Resiliente Infrastruktur ist kein „Nice-to-have“, sondern eine Frage nationaler Sicherheit. Das KRITIS-Dachgesetz ist kein Allheilmittel, aber ein längst überfälliger und wichtiger erster Schritt, um Deutschland besser gegen Krisen, Angriffe und Ausfälle zu wappnen – und damit den Schutz der Bevölkerung nachhaltig zu stärken.