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Am Dienstagabend fand in der Stadthalle in Aschaffenburg eine Podiumsdiskussion zur kinderärztlichen Versorgung am Bayerischen Untermain statt. Auf dem Podium vertreten waren neben der Bundestagsabgeordneten Andrea Lindholz auch Roland Zeller (Kinderarzt, Aschaffenburg), Prof. Dr. Jörg Klepper (Chefarzt, Kinderklinik), Carl Ulrich Schmid (Kinderarzt, Miltenberg), Dr. Christian Pfeiffer (Kassenärztliche Vereinigung Bayern) und Michael Seubert (AOK Bayern).

Nach der Begrüßung durch Oberbürgermeister Klaus Herzog begann Roland Zeller mit seinem Vortrag über die regionale Versorgung mit niedergelassenen Kinderärzten in der Region.

Laut Bedarfsplan hätten Stadt und Landkreis eine Überkapazität an Kinderärzten. Eine Annahme, die sich nicht mit der Praxiserfahrung vieler Eltern und Ärzte decke. Die durch den Bedarfsplan entstehende Zulassungsbeschränkung für Kinderärzte sei ein großes Hindernis für neue Arztpraxen, so das Resultat Zellers in seinem Vortrag.

Zur Lösung dieses Problems spricht sich die Bundestagsabgeordnete Andrea Lindholz dafür aus, die Beschränkung aufzuheben und Kinderärzten den Zugang in unsere Region zu ermöglichen. Andrea Lindholz zweifelt nicht daran, dass es keinen Bedarf gäbe. Gerade der Landkreis Aschaffenburg ist für Kinderärzte attraktiv und nach den Schilderungen über die enormen Engpässe dürfte es auch keine Existenzprobleme geben.

Grundlage für diesen Vorschlag bietet die Öffnungsklausel, welche der gemeinsame Bundesausschuss Mitte Mai 2019 beschlossen hat, um so den Weg für eine bedarfsorientierte Verteilung von Ärzten in der Region frei zu machen.

„Dabei sind die Festlegungen des G-BA zur Bedarfsplanung nur der allgemeine Rahmen, von dem die Länder und Landesausschüsse je nach den regionalen Gegebenheiten abweichen und zusätzliche Niederlassungsmöglichkeiten eröffnen können.“(Quelle: G‑BA)

Ebenso berichtete Oberbürgermeisterkandidatin und Sozialreferentin Jessica Euler von der gleichen Situation in der Stadt. Auch hier ist die Nachfrage weiterhin groß, weshalb diese Änderung zu begrüßen sei.

Über die Notfallversorgung von Kindern am Bayerischen Untermain sprach Prof. Dr. Jörg Klepper in seinem Vortrag und berichtete über die prekäre Lage. Neben den rund 90 Euro, die das Klinikum pro Behandlung draufzahle, sei die Überbelastung des Personals wesentlich kritischer. Jährlich kommen zusätzlich 7.000 Fälle auf die Angestellten bzw. 700.000 Euro Mehrkosten auf das Klinikum zu. MdB Andrea Lindholz spricht sich daher für die Einrichtung eines kinderärztlichen Notfall‑Bereitschaftsdienstes am Klinikum aus. Dieser Bereitschaftsdienst für ambulante Notfälle bei Kindern kann jedoch nicht erst mit dem Neubau am Klinikum in zwei oder drei Jahren eingerichtet werden, sondern muss schnellstmöglich zur Verfügung stehen.

Ein weiteres Treffen soll im September stattfinden.

Andrea Lindholz: „Ich bedanke mich für die Einladung zu dieser Veranstaltung und für die Möglichkeit auf dem Podium sprechen zu dürfen. Der Abend hat gezeigt, wie dringend das Thema angegangen werden muss. Ich bin mir sicher, dass mit der Öffnungsklausel ein wichtiger Schritt gemacht ist. Es darf in unserer Region keinen Unterschied zwischen Stadt und Land geben, wenn es um die Qualität und die Versorgung insgesamt geht. An diesem Thema bleibe ich dran.“

Fotos: Büro Lindholz